Ich liebe diesen Spruch: “Wer wagt, darf verlieren. Wer nicht wagt, der hat schon verloren!” In diesen beiden Sätzen steckt so viel Wahres. Denn sowohl als Unternehmer als auch im Privatleben geht es immer darum, Risiko einzugehen. Die Frage dahinter ist: Wieviel Sicherheit brauche ich und was bin ich bereit für diese – scheinbare – Sicherheit zu opfern?

Es gibt keine Sicherheit

Der Moment als ich das einsah, veränderte mein Leben. Diese Erkenntnis ist, vor allem zu Beginn, sehr schmerzlich. Doch es gibt sie tatsächlich nicht. Wir haben schlussendlich keine vollkommene Kontrolle über die Welt und die Menschen, welche sie beherbergen. Jede Entscheidung, die wir treffen, fußt auf ganz viele Annahmen, die allesamt falsch sein könnten. 

Unser Partner, mit dem wir schon jahrelang eine Beziehung führen, könnte von heute auf morgen plötzlich das Weite suchen. Wir könnten plötzlich und ohne Vorankündigung schwer krank werden. Unsere Geschäftspartner, für die wir die Hand sprichwörtlich ins Feuer legen würden, könnten sich aus dem Staub machen. Ja, das alles kann passieren und es gibt nichts, was wir dagegen machen können. Oder etwa doch?

Ein Beispiel aus meiner Geschichte

Ich habe gemeinsam mit ein paar, vermeintlichen, Freunden eine Firma in Russland aufgebaut, die richtig gut lief. Also so richtig gut. Wir hatten in der Spitzenzeit über 40 Mitarbeiter und das Geschäft florierte. Plötzlich waren meine Geschäftspartner alle wie vom Erdboden verschluckt und alle Konten restlos leer geräumt. Gleichzeitig musste ich eine riesige Werbekampagne finanzieren und meine Mitarbeiter weiter bezahlen. Es war eine grauenhafte Situation. Und dennoch habe ich sie gemeistert. 

Learnings

Nun könnte ich mich als Opfer sehen, weil ich betrogen wurde. Ich kann aber auch die Analyse dahingehend beginnen, meine Fehler unter die Lupe zu nehmen. Da habe ich einige gemacht. Ich habe beispielsweise meinen Geschäftspartnern blind vertraut, weil ich dachte, wir wären Freunde. Ja, da haben wir wieder das Thema Sicherheit. Ich würde heute nicht mehr so arglos und naiv an die Sache gehen. 

Weiters würde ich nicht mehr alles auf eine Karte setzen. Also nicht mehr Haus und Hof riskieren, nur um eine Geschäftsidee durch zu boxen. Unabhängigkeit ist hier das Stichwort. 

Last but not least habe ich gelernt, dass es immer etwas gibt, das positiv ist an der Situation, egal wie ausweglos sie im ersten Moment auch scheint. Und das ist wirklich das größte Geschenk, welches mir diese Situation beschert hat.

Sicherheit ist eine Illusion

Wenn man sich dies bewusst gemacht hat, dann agiert man ganz anders. Die Perspektive verschiebt sich. Wir werden mutiger und gleichzeitig genießen wir den Augenblick so unendlich viel mehr, weil im nächsten Moment ja alles anders sein könnte. Hier spielt nicht Angst die tragende Rolle, denn wie wir wissen, hat jede Situation etwas Positives in sich, wenn wir bereit sind, dies für uns zu entdecken. 

Sobald man sich vom Klammergriff dieser Illusion befreit hat, agiert man auf einem völlig neuen Level. 

 

Mehr Artikel lesen:

https://www.alexreinhardt.de/mission-impossible/

https://www.alexreinhardt.de/superkraft-dankbarkeit/

https://www.alexreinhardt.de/was-beim-thema-erfolg-immer-vergessen-wird/